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Donnerstag, 24. Januar 2013

Überall alles nur Rassismus oder schwarze Babies sind viel süsser als Weisse.

Natürlich habe ich Pippi gelesen. Als ein Kind der '70er war ich quasi zwangsverpflichtet, mir feministische Kinderliteratur zu Gemüte zu führen. Auch die rote Zora haben meine (weißen) alternativ-bürgerlichen Eltern mir gegeben. Jim Knopf hatte ich nicht und auch nichts von Preussler, das wäre nicht aufrührerisch und alternativ genug gewesen. Aber ich kannte Jim. Die Augsburger Puppenkiste 'n stuff. Ich hasste ihn. Wegen des N*Wortes. Ich hasste es, wenn am Sonntag die unsäglichen TarzanFilme liefen. Und andere in Afrika spielende Filme, alle aus der Perspektive der weissen Herrscher, mit kleinen, augenrollenden Schwarzen, die gleichförmig ängstlich reagierten, wenn der weisse Forscher ins unentdeckte Gebiet aufbrechen wollte. Ich wusste, was am nächsten Tag in der Schule los sein würde. Sie würden mich mit diesen dummen kleinen Menschen gleichsetzen. Wegen meiner Hautfarbe und weil sie gelernt hatten, das diese eine Kategorie ist. Das es eine Kategorie: Hautfarbe gibt. Keine für Brillenträger, Segelohrenträger, Zahnspangenträger, Stotterer, was auch immer. Da war kein:"Hah Hah, gestern war eine wie Du im Fernsehen, eine XY, alle XY's sind gleich, Du bist wie die im Fernsehen." XY war keine Kategorie.
Wenn ich mich beklagte, daß "die anderen Kinder mich N* genannt haben" dann sagten meine Eltern gutmütig: "Die sind nur neidisch. Die ganzen Weissen gehen doch ins Sonnenstudio, um braun zu werden, die sind alle neidisch auf deine braune Haut." Ich spürte, daß etwas daran nicht stimmt, aber meine Eltern spürten da nichts. 
Die Erwachsenen der 70er waren in ihren Köpfen gefangen, in ihrer Ablehnung des HitlerReiches, in ihrem Versuch, alles besser zu machen als die eigene Eltergeneration. 
So konnten mich die Kindergärtnerinnen nicht in Schutz nehmen, wenn ich weinte, weil beim Spiel 'Wer hat Angst vorm schwarzen Mann' alle vor mir fortliefen, wenn ich es hasste, das die "10 kleinen N*lein" gesungen wurden, wenn ich aufgefordert wurde, zu zeigen, ob ich am ganzen Körper so aussähe wie Kakao. 
Die Erwachsenen mussten diese Vorfälle relativieren, bagatellisieren, weil sie sonst hätten eingestehen müssen, daß wir in einer rassistischen Gesellschaft leben. Das ich in meiner Würde bedroht werde. Sie hätten mit all den Eltern und Lehrern reden müssen, über eine Form der Ausgrenzung, für die sie Weder Verständnis noch überhaupt  Worte hatten.
Wenn ich geschubst, ausgelacht und gehänselt wurde, waren meine Lehrer_innen überzeugt, ich hätte es selbst herausgefordert. "Was hast Du denn vorher gemacht?" fragten sie, weil es ihnen unvorstellbar war, daß es tatsächlich einfach Rassismus war, der mich ausgrenzte. 
Geschult durch die Frauenbewegung war meinen Eltern institutionelle Ausgrenzung durchaus geläufig, so wiesen mich darauf hin, das ich mich überdurchschnittlich anstrengen müsse, wenn ich positiv wahrgenommen werden wolle, aber die alltägliche Diffamierung blieb ihnen unsichtbar. 
Meine Eltern sind keine schlechten Menschen, ganz im Gegenteil, sie sind wundervolle, engagierte, sensible Menschen. Leider waren sie damals Farbenblind. "Du bist genau wie alle anderen", sagten sie mir. Das stimmt nicht. Ich bin anders
Alle sind anders.
"Da stehst Du doch drüber" sagten sie. Aber das Wort schmäht, es verletzt, es definiert mich in eine Gruppe. Es sagt:'Du gehörst nicht dazu.', Du bist nicht eine von vielen, Du bist anders. 
Nochmal: Alle sind anders.
Meine Hautfarbe ist mein Stigma. Sie definiert mich. Sie ist das Merkmal, das wahrgenommen wird, ich kann sie nicht verstecken. Ich werde über sie beschrieben, wiedererkannt. Und sie ist mit Vorurteilen behaftet. Sowohl mit bewussten als auch mit unbewussten. 
Das macht nichts. 
Wichtig, für den Fall, das es richtig erscheint und den eigenen Werten entspricht, ist nur, sich diesen Vorurteilen zu stellen, sie zu überprüfen und gegebenenfalls zu revidieren.  In jedem Einzelfall.
Anderenfalls bin ich gern bereit Borniertheit, Dünkel, Ignoranz und rassistische Sprache zu diagnostizieren.
Wenn Worte belanglos wären,dann könnte sich ja keine_r derer, die jetzt von Sprachpolizei rumeumeln darüber aufregen, daß sie dafür Rassist_innen genannt werden.
Nicht nur einmal bin ich steif vor Angst weitergegangen, wenn es mir nachgerufen wurde. Ich habe es unzählige Male gehört und mich ohnmächtig gefühlt. Es triggert mich. Auch, wenn es 'im Spaß' gesagt wird. Als N*puppe. Als N*Kuss. Als N*Eis. 
Es erinnert mich daran, daß es ein leichtes ist, mich auszugrenzen, mir meine Würde abzusprechen, mir das Recht abzusprechen, der Unverletzbarkeit meines Körpers sicher zu sein.
Und wie komme ich nun dazu, aus meiner persönlichen Betroffenheit heraus, eine politische Forderung zu stellen?
Die feministische Arbeit hat vor 40 Jahren bereits aus einer Position der Betroffenheit daraufhingewiesen, daß das Private politisch ist. Mit der Forderung auf den Verzicht auf diffamierende Sprache vertrete ich nicht nur meine Empfindlichkeit, sondern ich verlange den Verzicht darauf, mich rassisch zu gruppieren, mich fremdzudefinieren, mich exclusiv zu behandeln. Ich verlange, daß ich als Person wahrgenommen werde. Ich bestehe darauf, als Mensch erlebt zu werden. Huch.


Dienstag, 24. Juli 2012

ein klein wenig unabsichtlicher Rassismus




Rassismus ist ein Herrschaftskonstrukt, dass der dominanten Gruppe unter Zuhilfenahme tatsächlicher biologische Merkmale zur eigenen Vorteilsnahme dient. Schon die Sammlung, die Erfassung der Merkmale ist nicht unparteiisch, sondern erfolgt unter der Bedingung eigener normativer Wertung, die, zum Ausgangspunkt genommen, als Standard gesetzt wird. Auf dieser Grundlage werden die erfassten Merkmale mit zugeschriebenen Eigenschaften verknüpft, die ein subjektives Urteil objektiv darstellen sollen. Mithilfe der zugeschriebenen und als unveränderbar deklarierten Eigenschaften wird vom Machthabenden der Zugang zu materiellen und immateriellen Ressourcen kritisch begleitet, mit Auflagen belegt oder ganz verweigert. Dieses  Kontrollinstrument wird verwandt, um es privilegierten Menschen zu ermöglichen, aus einer Position die Ihnen grösstmögliche Spielräume lässt, eigene Ansprüche auf Privilegien durchzusetzen. Es dient also der Legitimierung von direkter und indirekter (struktureller, institutioneller) Unterdrückung. 
Um Kategorien der Zugehörigkeit zu erzeugen ist es unabdingbar, Sprache als Instrument der Erfassung standardisiert erfasster menschlicher Merkmale zu Nutzen. Den Regeln der Gruppenbildung folgend geschieht die Grenzziehung unter Anwendung von Abgrenzung von dem als 'anders' gewähnten Gegenüber. Der 'Clan', der 'Stamm', das sind immer die 'Anderen, das sind 'Jene', die Exoten, die sich selbst womöglich nicht einmal als zusammengehörig wahrnehmen. Sie sind es aus der Sicht, der es ihnen zuschreibenden, der über sie damit bestimmenden, aus der Sicht der Bestimmer. (Hier liegt übrigens der Schlüssel zum Verständnis, weshalb Gruppen sich dagegen verwehren, benannt zu werden und sich davon abgrenzend selbst bezeichnen.) Durch diese konstruierten Begriffe werden Realitäten geschaffen. Dem Begriff folgend wird in der Welt der Vorstellungen der/des Leser_in eine Kategorie erschaffen.
Das Instrument zur Ausübung der Dominanz ist notwendigerweise Sprache, in der sich überall die wertende Normierung finden lässt.
(Weiterführend empfehle ich die Lektüre: Susan Arndt & Nadja Ofuatey-Alazard (Hg.)Wie Rassismus aus Wörtern spricht; (K)Erben des Kolonialismus im Wissensarchiv deutsche Sprache; Ein kritisches Nachschlagewerk)
In der globalisierten Welt ist Rassismus den Herrschenden das Mittel der Wahl um weiter ungestört Menschen ausbeuten zu können, die schon in kolonialen Zeiten als die Schwächeren im Darwinistischen Sinne projiziert wurden. Mit menschenverachtender 'Entwicklungshilfe' oder Neusprech 'Entwicklungszusammenarbeit' werden Volkswirtschaften als Armenhäuser der Welt gesetzt. Bildung nach westlichem Standard wird als Maß bestimmt und dabei wird geflissentlich die seit Jahrhunderten andauernde rohe Knute unerwähnt gelassen. 
Der ausgebeutete Mensch unterliegt offenbar leicht den ' Divide et impera'-Ränken der Machthaber, nicht von der Hand zu weisen ist ja ein Profit für den Einzelnen, der ihn zumindest überleben lässt. Und wer sich selbst als austauschbar erfährt, der fürchtet im 'Anderen' den Konkurrenten aus dem anderen Lager, den nicht der eigenen Gruppe Zugehörigen. Wo die Politik von Wirtschaftsflüchtlingen spricht, da leistet sie dem Rassismus vorschub. Wo sie Asylbewerber_innen aufgrund von Verfolgung wegen "Rasse, Religion, Nationalität, Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe, politischer Überzeugung oder vergleichbaren persönliche Eigenschaften oder Verhaltensweisen" einen Aufenthaltsstatus zubilligen, ihn aber verneinen wenn Menschen aus ausbeuterischen Verhältnissen fliehen, da offenbart sich die hässliche Fratze des am eigenen Wohlstand unbedingt Interessierten. Das Kapital hat in den Ländern der Migrant_innen eine wüste Ödnis verursacht. Die Migrant_innen sind Opfer dieser ungerechten kapitalistischen Unordnung. Sie sind doppelt Opfer, weil sie zusätzlich verantwortlich gemacht werden für das Sichtum des Landes, dem sie abstammen. Der Rassismus geht hier noch einen Schritt weiter und überträgt die zugeschriebenen Merkmale auch Alljenen, die er als in ähnlicher Weise abweichend von der eigenen normierten Standardtypisierung erfährt.
Ausweg daraus kann letztlich nur der Aufbau eines humanen Solidarsystems bieten.

Samstag, 14. Juli 2012

War

Sinnead O'Connor sagte uns einst mit so klaren Worten dass Krieg herrscht. Und das stimmt ja, dass Wissen wir. Und wir kennen die Feinde. Die Wut, die wir in uns tragen sollten wir nicht aneinander verschwenden. Denn das liesse uns die wahren Verbrecher schonen und Ihrem Willen folgen.
Und das wär doch echt mal dumm.

Until the philosophy,
Which holds one race superior
And another inferior,
Is finally and permanently
Discredited and abandoned,
Everywhere is war.

Until there is no longer first class
Or second class citizens of any nation.
Until the color of a man's skin,
Is of no more significance then
The color of his eyes,
I've got to say "war".

That until the basic human rights,
Are equally guaranteed to all,
Without regard to race,
I say "war"

Until that day the dream of lasting peace,
World-citizenship and the rule of
International morality will remain
Just a fleeting illusion to be pursued,
But never obtained.
And everywhere is war.

Until the ignoble and unhappy regime
Which holds all of us through,
Child-abuse, yeah, child-abuse yeah,
Sub-human bondage has been toppled,
Utterly destroyed,
Everywhere is war.

War in the east,
War in the west,
War up north,
War down south,
There is war,
And the rumors of war.

Until that day,
There is no continent,
Which will know peace.

Children, children.

Fight!

We find it necessary.
We know we will win.
We have confidence in the victory
Of good over evil  




Dienstag, 26. Juni 2012

Anweisungen, um sich nicht wie ein Dummkopf Aufzuführen, nachdem Du des Rassismus bezichtigt wurdest.

Ich fand diesen Text und möchte ihn Euch hier gern zur Verfügung stellen:
  1.   Atme. Bleibe ruhig und höflich. Brenne keine Brücken nieder. Wenn jemand zu Dir gesagt hat "ich denke, das klingt ein bisschen rassistisch", verwechsele es nicht mit: "Du bist rassistischer Abschaum wie der Klu Klux Klan " (das ist ein Fehler, den eine erstaunliche Anzahl von weißen Menschen machen). Die Antwort, die Dir in den ersten zehn oder zwanzig Sekunden einfällt,  wird wahrscheinlich Deiner Verteidigungshaltung entspringen, nicht Deinem Gehirn, also wahrscheinlich ist es nicht gut, zu sagen, was Dir als erstes einfällt. 
  2.  Nimm die Kritik ernst -  weise sie nicht zurück, ohne darüber nachzudenken. Vor allem, wenn die Kritik von einer PoC kommt - schwarze Menschen in unserer Gesellschaft neigen zwangsläufig dazu, sich stärker über Rassismus bewusst zu sein, als die meisten Weißen, und sie greifen Dinge auf, die die meisten Weißen übersehen. (Auf der anderen Seite, bringe nicht PoC in die Position Dein Anwalt oder Richter zu sein.)
  3.   Nimm es nicht persönlich. Generell ist es einfach an Dir, Dich zu entschuldigen, für das, was du gesagt hast und die Welt sich weiter drehen zu lassen. Besonders, wenn Du in einem Meeting oder etwas ähnlichem bist. widerstehe Deinem Verlangen, in das Treffen ein Seminar einzuschalten, Wie sehr Ihr gegen Rassismus Seid. Das Thema des Gesprächs ist wahrscheinlich nicht "Unsere vielen engen schwarzen Freunde und Unsere aufrichtige langjährige und tiefe Abscheu des Rassismus." Betrachte es als ob Dich jemand darauf aufmerksam macht, dass Du Deine Nase putzen solltest, weil dir ein großer Klumpen Rotz heraushängt. Was zu tun ist, ist: "Oh, entschuldigen Sie mich" sagen, die Nase wischen, und weitermachen. Darauf zu bestehen, dass alle  Dir auf den Rücken klopfen und Dir versichern, dass sie merken, dass Dir nicht immer Rotz aus der Nase hängt, bevor das Gespräch weitergehen kann, ist nicht produktiv.
  4.   Lasse Gelegentliche unfaire Anschuldigungen an Dir abprallen. Manchmal, auch nachdem Du ernsthaft Überlegt hast, wirst du zu dem Schluss kommen, dass eine Kritik ungerecht war. Nun gut! Jetzt wende Dich anderem zu. Versuche nicht zu erreichen, daß jeder mit Dir einverstanden ist. Bitte keine schwarzen Menschen im Raum, Dich als Offiziell nicht-rassistisch zertifizieren. Bitte auch keine weissen Menschen darum. Dreh Dich nicht wieder und wieder darum, Wochen oder Monate, nachdem alle anderen die ursprüngliche Diskussion vergessen haben. Mit anderen Worten, siehe Punkt 3.
(erneut editiert)

Sonntag, 10. Juni 2012

Reiss nicht leeres Papier entzwei - 'positiver Rassismus'

Im vorangegangenen Post habe ich ein Beispiel für eine Umgangsform mit Rassismus gezeigt, die ich selbst für problematisch halte. Dennoch gehört sie ins Spektrum der Mechanismen, die Menschen wählen, um mit Traumata umzugehen. 
Die Seele braucht Schutz. Den sucht sie sich, wo sie ihn findet. Alles kann da helfen, Menschen benutzen Drogen, das Fernsehgerät, jede Art von Spielen, das annehmen der zugeschriebenen Eigenschaften, das umformen oder gar verdrängen von Erinnerungen, eine politische Einstellung, Religion und 1000 andere Dinge, die mir so fern liegen, dass sie mir nicht mal einfallen, um sich dem Schmerz zu entziehen. 
So formt sich die eigene Persönlichkeit unter dem Einfluss der 'Nicht-Zugehörigkeit' zum Normgesetzten. Die eigene Rolle wird entwickelt, unter dem Eindruck der exklusivität, des nicht allgemein mitgemeinten. 
Black is beautyful ist grober Mist. Weder sind alle Schwarzen schöner noch anmutig, nicht einmal schwarz sind sie. Zum Schwarzen werden sie gemacht, durch die Normsetzung der in kolonialer Zeit ausgedachten Zuordnung der subsaharischen Völker und deren Nachkommen. Es ist nicht die Farbe der Haut, es gibt weltweit viele dunkle Individuen, die 'den Schwarzen' nicht zugeordnet werden, weil andere Kennzeichen fehlen. Es ist der Glaube an die Überlegenheit, ob biologisch oder kulturell begründet, es sind 'Dead white peoples clothes' und  das bedauern der armen AidsWaisen, die 'leider zu arm sind, sich unsere guten Medikamente leisten zu können'. Es ist das ignorieren der Gründe, weshalb jene, die Ressourcen haben arm sind, und jene, die über keine Bodenschätze verfügen reich sind. Es ist die vorgehaltene Knarre und das mitleidige Lächeln beim Almosenverteilen. Es ist gespendeter Reis und sorgenvolles Kopfwiegen, beim Anblick überfüllter Flüchtlingslager, die entstanden, weil die Kolonialzeit in Form von eingesetzten Statthaltern weiterbesteht. Es ist Ignoranz. Es ist Dünkel. Und es ist überheblich, irgendjemandem verweigern zu wollen, aus der Hölle der Erkenntnis, das der rassistische Gedanke lebt, auf seine Weise zu fliehen. 

Samstag, 9. Juni 2012

Mache mir die Welt - wenn es so einfach wär


10 000 Seelendorf in Österreich ich dort als N*junge, 
10 000 Sprüche, dumme! 
Gutgemeint 
als Antwort meine Zunge, 
Du findest es nicht schlimm wenn man Dich auslacht, 
meiner Meinung nach – ist es die Summe die es ausmacht 
erfahre absehbares grabschen nach der Haarpracht, die Wuschelhaare, hasste es all die Jahre - dass ich´s heute noch in mir bewahre, 
genau wie andre – großteils unsichtbaren Narben,
die mir den Spaß verdarben an Bezeichnungen wie Schokofarbe
-zu viele Sklaven starben um drüber zu lachen,
zu viele Leute sagen es scherzhaft um ´nen Spaß zu machen
Mutter und Freundeskreis sind farbenblind,
beschimpft als Mohr und Kohlensack wird aus dem Sonnenkind das Sorgenkind Live vor Ort im Kinderhort, wo Kleinste vorgelesen kriegen,
Thema sind Negerlein die sterben wie die Fliegen. 
ein Kleiner weint, -am Ende sind's ja wieder 10! 
Spaß muss sein
– schlaf schnell ein – wer brav war der darf früher heim gehn
Führerlektüre neben den Kochbüchern von Oma
verdarben das Aroma, like the whole world is Arizona,
Wer hat Angst vorm schwarzem Mann
Niemand bis der sich wehren kann,
und wenn er kommt dann laufen wir! – 
der Wahnsinn fÃngt als Kind schon an!
Effekt ist Resistenz durch Intellekt wenn Du erst groß bist
Verwirrung die Tendenz wenn Onkel Benz dein Vorbild ist 
Wenn es nach manchen Leuten ginge würden Schwarze nackt im Zwinger schwingen,
Für Dich klingt´s komisch ? - ich singe von reellen Dingen 
Nach 16 Jahren von mentalem Beschuss ist endlich Schluss mit meinem Frust, die Lösung: - Positivrassismus! Plus: mir ist jetzt vieles mehr - 
bewusst als bisher
Rassismus hin und her, 
tangiert mich lediglich noch peripher
daher wird´s einfacher - wow - flow mit dem Verkehr
meine HÃnde nicht mehr leer - rolle - Model jetzt sogar für Sportswear
ReprÃsentier, live und hier Rap im Fernsehen
telegen, gern gesehen, für die Ladys erogen
kann Angst ertragen - die Leute auf den Straßen vor mir haben 
- verdränge sozusagen Fragen aus den ersten Tagen
Bedeutungen der Farben starben in allen Lebenslagen
Surf auf Stereotypgedanken – fahr mit Klasse Sportwagen
Shortie macht die Schere, ihr Typ kommt in die Quere
riecht nach ner Misere - zieh mich aus der Affaire 
96 war die Premiere so als wenn es gestern wäre 
Scheiß auf die Galeere - ab jetzt mache ich Karriere!
mach den Karl Louis Läufer, den Eddy Murphy Imitierer 
mime den Drogendealer, spiele den Basketball und Footballspieler 
Liebling vieler - Angstauslöser auch von vielen 
die nicht vernünftig zielen, weil sie mir beim pinkeln auf den Pimmel schielen 
Angst vorm Negroiden - schafft den Platz im Zugabteil
Der Positivrassimusmeister nutzt Klischees zu seinem Vorteil 
macht sie zu seinem style - jongliert mit Attributen
das Gefühl ist nur noch ungut bei betrunkenen BW-Rekruten 
Schwiegervater mag zwar wie Du rennst und singst 
droht trotzdem seiner Tochter, dass sie bloß kein N*kind nach Hause bringt 
Der Tag für ihn ein schwarzer, sieht seine Tochter schwarzfahren
der Afrikaner, den er kennt ist Tarzan, mit blonden Haaren 
Schenk ihm ne Packung Dickmanns, dazu noch schöne Grüße 
kratz mir die Nüsse, weil seine Süße steht auf N*küsse! 
in der Medienwüste wird die Ehrlichkeit vermisst 
Ob Sender diesen Song wohl spielen obwohl er unbequem ist 
Augenblicklich - verÃndert Deutschland sich 
ganz sicherlich
- sicher nicht nur Ãußerlich, ist plötzlich nicht mehr lÃcherlich offensichtlich – Dinge gelegentlich mal Ãrgerlich, bedrohlich bis bedauerlich 
Doch Farbe - eher nebensÃchlich
Die Diagnosen über Amis und Franzosen schmeißen die Levis aus dem Schrank, 
denn zum posen trÃgt man baggy Hosen
meine Prognose - Deutschland wird jetzt aufgeschlossen, (was?)
wer heute ein Star ist - wurde vor 70 Jahren noch erschossen
Das Hip Hop Ding begann als Sparte, doch ich warte 
heutzutage ist der schwarze Peter eine Trumpfkarte 
ich chill den Ring entlang und barze, Gras! 
weiße Kiddies reden so - bewegen sich sogar wie Schwarze
Der Scheiß ist tief - einst verschrien als primitiv
Heutzutage nennen sich Deutsche (vorsicht Trigger) N*, -
meinen´s sogar positiv 
Wer gestern noch der Bimbo war - ist sogar Moviestar 
leider erscheint mir mancher move von einigen zuweilen sonderbar 
Beim zappen sieht man Deppen, die wie Marionetten acten die Speichel lecken - 
als wenn sie noch Ketten an den Beinen hÃtten
HÃngen wie Zecken an den fetten KohlesÃcken 
deshalb gibt es meine Texte auf Kassetten, LP's und Disketten 
Farbpaletten aller Facetten für "Black Music Music Lover
Die Leute tanzen heut zum Beat – nicht mehr nach dem Albumcover
- Leere – füllt sich jetzt mit AtmosphÃre
Scheiß auf die Karriere
denn jetzt mach ich's für die Ehre 
Denk ich an früher war der Wiederstand doch eher müde 
jetzt gibt's genügend Brüder mit der rechten Attitüde
geben sich Mühe - 
um den Sprung zur Macht zu schaffen 
indem sie VWL, BWL und Jura zur Berufung machen 
In allen Sprachen, den Erleuchteten gefriert das Lachen 
Ist das Erwachen die VerÃnderung im Jahr des Drachen 
60 Millionen Sklaven, von denen es 8 Millionen schafften 
die besten unter euch, 
- ich hoffe für euch zu verkraften!  
Als Talkgast mit Kohl und Kanzler bin ich zu brisant! 
Kein schöner Land zu dieser Zeit
- die Toleranz ist sichtlich angespannt 
Doch interessant, die mit Verstand haben´s erkannt – 
hol deine Finsternisbrille 
die Sonne geht jetzt auf im Abendland 
Mein Deutsch ist wortgewandt - 
Versprecher sind meist Freudsche  
GerÃusche tÃuschen,
ich bin offiziell nur Bildungsdeutscher 
Richtig – steuerpflichtig –
aber darf nicht wÃhlen 
ist Ok - solange sich eure Kids auf unsere Partys stehlen
die 60´s Black Power, die 80´s Perestroika,
2000 ist es Hip Hop
Das ist mein Wort
als Afro Deutscher!

Donnerstag, 24. Mai 2012

Weil das Wort verletzt

Unser gestriges Gespräch über den Umgang mit Sprache am Beispiel des N*-Wortes hat mich sehr gekränkt. Ich hatte den Eindruck, das meine Erfahrungen relativiert und banalisiert werden. Das ich von meinen persönlichen Erlebnissen berichtet habe, um Dich vom Konkreten aufs Allgemeine schließen zu lassen, hatte zur Folge, daß Du Dich darauf zurückziehen wolltest, selbst ebenfalls diskriminierende Erfahrungen gemacht zu haben. Ich bedaure zutiefst, das Du erniedrigenden Situationen ausgesetzt warst, aber diese Vorgehensweise stellt für mich eine weitere Kränkung dar, weil sie die fortlaufende Herabwürdigung durch Sprache und die damit verknüpften Assoziationen verharmlost.
Ich befürchte, daß ich Deine Sprache in der Vergangenheit oft falsch verstanden habe. Was ich als ironische Distanzierung wahrnahm war womöglich der Versuch, Worte nach eigenem Gutdünken zu belegen. ( Sprache und Rassismus )
Diese Vermeidungsstrategie trägt aber nicht, denn die Benutzung von Worten geschieht immer in ihrem eigenen ( geschichtlichen ) Kontext, wäre es anders, so könnte man auch argumentieren, jemanden ein Arschloch zu nennen seie nicht beleidigend gemeint, das wäre ja bloß ein Körperteil. Die Entscheidung, welche Bezeichnung beleidigt, kann immer nur durch die Betroffenen geschehen, und damit ist nicht gemeint, daß das N*-Wort OK ist, wenn Du irgendjemanden kennst, der es duldet. Es ist eben nicht meine Überempfindlichkeit, die mich hier aufbegehren lässt.Ich verwehre mich gegen einen bagatellisierenden Umgang mit diffamierenden Worten. Nicht nur, weil sie mir einen Platz zuweisen, der mich als eine Abweichung von der Norm beschreibt, sondern auch, weil der leichtfertige Umgang damit die Unterstützt, die es eben doch so meinen, wie ich es Dir nicht unterstelle. Eine politisch korrekte Sprache anzustreben ist der Respekt, den wir jenen entgegenbringen können, die strukturelle Gewalt permanent auch eben durch Worte erleben. Dieses nicht als ein Problem erkannt zu haben, werfe ich Dir nicht vor. Aufgrund Deiner - von mir gemutmaßten - Sozialisation war es für Dich nicht notwendig, Dich damit auseinanderzusetzen. Und als weissPrivilegierter ist es womöglich nicht naheliegend, Dich mit Deiner Hautfarbe zu beschäftigen, oder mit der anderer. siehe hier: Nachhilfe im Weisssein
Ich fühle mich kategorisiert, wo ich noch gestern dachte, ich seie geachtet.
Ich verspüre das Bedürfnis, Deine Einsicht zu befördern, ich suche nach Worten, Dir verständlich zu machen, wie tief verletzend der Gebrauch von diffamierenden Worten ist, ich suche Vergleiche, die Dir einleuchten könnten. Dann wieder bin ich geneigt den ganzen Vofall zu bagatellisieren, mein zuvor empfundenes Verbundenheitsgefühl zu Dir ins lächerliche zu ziehen: "Das ist nur irgendein Spack aus dem Netz."
Das ist echt sehr, sehr besonders schade.
 Du kannst Rassismus widerstehen!

Dienstag, 13. Dezember 2011

Du kannst sicher gut singen und tanzen

Die charmantesten Vorurteile sind mir die unerträglichsten. 
Und charmant sind sie ja auch nur auf den ersten Blick, eigentlich eine bodenlose Frechheit, sich mit einer Erwartungshaltung auseinandersetzen zu müssen, die allein auf Merkmalen beruht, die ich nicht beeinflussen kann. Natürlich kann ich nicht deshalb singen, weil ich schwarz bin, sondern weil ich talentiert bin. Weil ich geübt habe. Weil es mir Freude macht. Nun aber, nachdem ich den jugendlichen Überschwang verloren und der Last der Vorurteile erlegen bin, habe ich es seit Jahren nicht öffentlich getan. Auch öffentlich zu tanzen habe ich mir abgewöhnt. Die Freiheit zu sein ist abhanden gekommen, mit jedem Schritt der Bewusstwerdung im Zuge von unausgegorenen Unterstellungen wie: "Ist ja klar dass Du musisch bist, so als Schwarze." 
Ich war immer vieles. 
Schon als kleines Mädchen geprägt durch die Tatsache "anders" zu sein als die anderen Kinder früh im Kopf unterwegs und auf der Suche nach Normalität und Zugehörigkeit, gab und gibt es eben auch die andere Seite, die Lebensfreude, die Ausgelassenheit, die für mich konkret ja, eben immer mit singen und tanzen Ausdruck findet. Und die öffentlich ambivalent wurde, seit ich bemerkte, dass ich darauf durch meine Hautfarbe bedingt werde. 
Die "Lookism" Diskussion, von der ich nur selten am Rande etwas mitbekomme, stößt da eine erduldete Schmach neu wieder an. Ich hatte mich längst daran gewöhnt, Vorurteilen äußerlich mit einem Lächeln zu begegnen, sie kalt auszuhebeln und die entwürdigende Notwendigkeit mich Ihnen zu stellen, als unwichtig vor mir selbst verborgen. 
Es gibt Kleidungstabou's in meinem Leben. Ich würde sicher nicht in afrikanischer Kleidung das Haus verlassen. Das geht soweit, dass ich kaum je mehr als 2 Farben gleichzeitig anziehe, und eine davon ist meistens schwarz. Ich kleide mich nicht feminin. Ich trage immer Hosen. Und ich habe längst vergessen, ob ich das tue, weil es mir gefällt, oder weil ich nicht auf ein wie auch immer geartetes StereoTyp als Afrikanerin reduziert werden will. 

Donnerstag, 20. Oktober 2011

99%


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I am the 99%.

I don’t have a camera phone, so I cannot provide a picture, and even if I could, I am ashamed of my situation and I wish to retain just a semblance of what’s left of my pride. 

I am 56 years old, unemployed, broke, and I’m very worried about losing my home because I can’t afford next month’s rent.

I had to liquidate my 401k, my IRA’s, my savings, most of my furniture, including a grand piano and a harpsichord, and I have almost nothing left to sell.

I am a graduate of Stanford University, in economics, law, and finance.  I have done post-graduate work at Princeton, and have attended summer programs at Oxford.

My first job involved high level financial analysis and management for a Fortune 500 firm.  I then worked as a CFO for a much smaller closely held real estate investment firm, which allowed me to also work in a similar capacity for a number of nonprofit organizations, particularly with regard to gay and lesbian civil rights. 

I have been unable to find steady work since 2006, relying only on casual contract work, doing everything from bookkeeping and accounting to strategic planning services, and I’ve been doing so for a PITTANCE compared to what I used to earn, though up until recently I’ve been able to support myself, despite incurring a massive back tax debt.

I have submitted resumes and proposals to THOUSANDS of potential employers and clients, nearly ALL to no avail. 

Because I am self-employed and could not afford to pay for unemployment insurance, I do not qualify for unemployment benefits, though prior to my self-employment, I paid into this fund for DECADES…

I am also handicapped, with rheumatoid arthritis, and have EXTREME difficulty walking.  I have no medical insurance and I have been denied Medic-Aid / Medi-Cal benefits. 

I have rented out my guestroom to people I do not know, who have been less than respectful to my property, causing me to sustain THOUSANDS of dollars in damages which the deposits of my tenants do not cover, and because they are poor themselves, such damages would be very difficult to recover.

I have applied and received foodstamps, and I am about to go to a food bank to supplement these insufficient benefits.  I have applied for public funding to pay for my utilities.  I may have to apply for General Assistance welfare just to have a few dollars to pay for items that are not covered by foodstamps, such as soap. 

If I cannot find a job soon, or if I cannot find another renter of my guestroom soon, or if I cannot find some other way to earn some money, I face the prospect of losing my home where I have lived for the past fifteen years…

For me, the OCCUPY movement is my only hope, which is why I wish I could participate, though I cannot walk very well, and I cannot afford gas to get to a demonstration. 

But I am VERY grateful that this movement is addressing the issues facing Americans, Californians and Sacramentans – most profoundly grateful indeed…

Donnerstag, 26. Mai 2011

TRAUMATA


Grenzen, deren Überschreitung einmal zugelassen wurde, sind  konsequent  inexistent. Ab diesem Zeitpunkt ist eine Ab-grenzung erheblich erschwert, wenn nicht gar ausgeschlossen. Gewalterfahrung nutzt sich ab, weil Grenzen bedingt verschiebbar sind. Bereits erlittene Gewalt befähigt Opfer darin, sich der Selbstwahrnehmung zu verweigern, Grenzwahrnehmung in das Unbewusste auszulagern und somit vor sich selbst zu tarnen. Opfer haben keinen Zugriff auf  die Feintarierung ihres internalen Selbstschutzes. Ihr Schutz muss total sein, alles andere wäre der Tod ihrer Seele, befürchten sie. Sie taumeln zwischen den zwei Polen der Extreme von Selbstüberschätzung und Selbstverleugnung. Täten sie dies nicht, so stünden sie der Erkenntnis der eigenen Ohnmacht und der Hilfsbedürftigkeit gegenüber.
Die Einschätzung der Über-lebensfähigkeit entwirft der Denkende anhand von bereits er-lebten Situationen. Die Einschätzung des eigenen Status stammt aus der nachträglichen Beurteilung der Bewältigung der Vergangenheit. Diese Beurteilung schleift sich ein, wird zur Basis. Aufgrund dieser wird die Projektion auf die gegenwärtige bzw. zukünftige Lage vorgenommen. Die Möglichkeit eine Konstellation relativ schadensarm zu überstehen ist tatsächlich jedoch abhängig von der Wahrung der Würde des Subjekts, und somit nur vordergründig der Selbsteinschätzung unterworfen. Darunter liegend geschieht eine -dem bewussten Zugriff unzugängliche- Verletzung, die auf persönlichen und allgemeingültigen Werten gründet.

Donnerstag, 19. Mai 2011

MANN

Das Wachstum eines Mannes wird immer dann optimiert,
wenn er seine Grenzen,
seine Beschränkungen,
seine Ängste 
um einen Schritt überschreitet.
Er darf nicht zu faul, zu hedonistisch ergeben sein
und in Sicherheit und Wohlbehagen stagnieren, 
da sonst sein Mut und seine Kraft versiegen,
und der weinerliche, kleine Junge in Ihm gewinnt.
Er darf seine Grenzen
jedoch auch nicht zu weit überschreiten,
um nicht unter zu hohen Druck zu geraten 
und  so unfähig zu werden,
seine Erfahrungen konstruktiv umzusetzen.
Er muss, um zu wachsen, 
die Grenzen 
seiner Angst
und seines Unbehagens
immer ein klein wenig 
hinter sich lassen.
In allem, was er tut.

Donnerstag, 31. März 2011

Persönlich

Manche von Euch wissen ja schon dass ich 2 wundervolle Minderjährige bei mir beherbergen darf, weil das Universum irgendwann wohlmeinend entschieden hat ich seie nun ausreichend gereift und hinreichend gestärkt um zu erziehen. Nicht das ich das so befunden hätte. Dennoch bin ich -da nun einmal in diese Situation hineingestellt- bereit ihr verantwortlich zu begegnen. Um zu verhindern, dass diese phantastischen, unverdorbenen und zarten Seelen der Flut des Schreckens dieser Welt ausgesetzt sind, bevor sie dem etwas entgegenzusetzen haben habe ich entschieden das es unnötig ist, sie mit Müll vollzustopfen. Natürlich kenne ich die offenbar unerlässlichen Anwürfe meiner Umgebung, von:"ES GIBT GARKEIN BIO, DAS IST ALLES QUATSCH UND PANIKMACHE" über "ALLES WAS WACHST IST BIO, DENK DOCH MAL NACH, DU..." bis hin zu "DU HÄLST DICH WOHL FÜR WAS BESSERES". das aber bleibt in der Familie und daher nicht so wichtig wie das Geschrei sich dünkt, entscheidender ist; das Aufgrund der Tatsache das ich -nicht auch sondern eher insbesondere- die geistige Hege der 2 Besten verfolge nun die Repressionsmaschine der ARGE  zuschnappt.. (Natürlich muss ich aufstocken. Wer kann denn heute mit einem Gehalt 3 Personen versorgen. Der kann mir ja mal was abgeben.)Ich habe also die 2 Besten auf einer Schule angemeldet, auf welcher sie in ihrer Entwicklung gefördert werden, indem sie da abgeholt werden, wo sie in ihrer Entwicklung sind. Egal aber aus welchem Grund ich die Schule auswähle, hat keine staatliche Institution das Recht, mir dabei in die Quere zu kommen. (Überhaupt müsste ich eigentlich ein Gehalt dafür bekommen, das ich die 2 Besten eben nicht der allgemeinen Verrohung Anheim fallen lasse,  sie täglich aktiv vor kosumgerichteten Medien schütze und das Reifen ihrer Seelen und Hirne kndgerecht stimuliere anstatt sie mit Werbung und verrohendem, sexualisierendem und zu Gewalt inspirierendem "Spielzeug" abzustumpfen.) Nun also die ARGE: ...da sie offenbar über Rücklagen in nicht unbeträchtlicher Höhe verfügen, was sich daraus erschliessen lässt, dass sie in der Lage sind für beide Kinder Schulgeld zu bezahlen..., ...fordern wir sie auf, uns Auskunft über ihre uns bislang verschwiegenen Einkünfte und/oder über Sparvermögen oder andere Geldwerte Mittel zu geben. Andernfalls sehen wir uns gezwungen ihnen die gewährten Bezüge zu streichen und die bisher zu Unrecht geleisteten Bezüge zurückzufordern.

Dienstag, 8. März 2011

Weshalb der Frauentag weder überflüssig noch ein Witz noch ein Tag für Floristen ist

8. März, es jährt sich erneut der Tag an dem Frauen auf ihre Rechte pochen. Obwohl, tun sie das wirklich? Oder ist der Tag inzwischen eine lustige Verballhornung der längst emanzipierten Stöckelschuhkarrieristinnen und  der fröhlich auf NewAge getrimmten HappyHappyJoyJoyTussen die strahlend verkünden 'man seie immer so frei wie man sich fühle. Und das Leben seie eine Schatzkiste aus der man sich nur zu bedienen brauche, weil jedem durch die Fülle des Universums immer alles zur Verfügung stünde'.   'Sklavenmentalität' fallt mir dann ein wenn ich beseelte Gesichter von Frauen seh , die mit sich und ihrem Konsum genug vom Leben haben. Und wie zynisch klingt dieses geseier in den Ohren derer, die ihr Leben mit der Verwertung von 'recycled Food' fristen, die Küchlein aus Lehm,Wasser und Butter essen, die auf Müllhalden vegetieren?

Auf der 2. Internationalen Sozialistischen Frauenkonferenz 1910 in Kopenhagen beantragte Clara Zetkin einen Frauentag einzurichten. Alljährlich sollte dadurch auf die Ungleichbehandlung von Mann und Frau aufmerksam gemacht werden. Zentrale Forderungen damals waren: Gleicher Lohn für gleiche Arbeit, das Wahlrecht, ein Achtstundentag, die Einführung eines Mindestlohns und ausreichender Mutterschutz. In den damaligen Industriestaaten verliehen die Frauen diesen Forderungen auch durch Streiks Nachdruck.    
Was haben wir heute noch mit diesen Forderungen zu tun? Haben wir heute erreicht was damals gefordert wurde oder vertreten wir diese Forderungen nicht mehr? Wer ist überhaupt "wir" ? Da scheint er durch, der Faden der Ariadne, dieses 'WIR' gilt es zu füllen. Es gab immer Frauen, die nicht solidarisch sein wollten, aus unterschiedlichen Gründen, weil sie nicht betroffen waren oder sich nicht betroffen fühlten, weil sie glaubten mehr zu verlieren als zu gewinnen, weil sie durch ihre Erziehung zur Ignoranz oder zu amoralischem Egoismus geprägt wurden.  Weil sie es für erstrebenswert erachten sich aushalten zu lassen anstelle eines selbstbestimmten Lebens.
Diese Frauen feiere ich heute nicht. 
Diese Frauen wollen und brauchen das auch nicht.
Wer und wo aber sind die Frauen die ihre Fäuste ballen und rufen:"Ich bin weder deine Sklavin, noch Deine Herrin". Die Frauen, die nicht satt sind von der Auswahl zwischen DOUGLAS und Dr.Hauschka, die die nicht glauben das es langt sexy zu wirken um ein erfülltes Leben zu haben und die weder bereit sind ihr Kind schon mit wenigen Wochen  von proffessionellen Businesseducators fremdbetreuen zu lassen, noch auf eigenständige Möglichkeiten des Broterwerbs zu verzichten.                          
 
 
 Weder Noch zum "Angebot" der IndustrieNazionen.
      Regelmäßige Erwerbsarbeit, selbst die schwere und minderentlohnte Arbeit in der "globalen Fabrik", eröffnet Frauen ein Plus an Autonomie und Unabhängigkeit in ihren persönlichen Lebensentscheidungen wie im häuslich-familiären Bereich. Die im Zuge neo-liberaler Globalisierung zunehmenden ökonomischen und sozialen Unsicherheiten tangieren weltweit Frauen deshalb in höherem Maße, weil geschlechtliche Arbeitsteilungsmuster wie hierarchisierte Geschlechterverhältnisse sich im großen und ganzen doch als relativ resistent gegen geschlechteregalitären Umbau erwiesen haben und Frauen selbst in ihren begründeten "Nachzieh"-Bedürfnissen von neuem blockiert werden.  nach Eva Kreisky                          
Noch gilt es herauszuarbeiten was ein Leben sein könnte, das heutigen weiblichen Bedürfnissen (sprich Erfordernissen ) gemäß gelebt werden kann, damit es für einen Großteil der Frauen (und auch Männer-in diesem Fall) nicht erstrebenswerter ist, ihr Bewusstsein auszuschalten und zu taumeln zwischen Computerspielen und DisneyChannel   
Not the Doctor                                                                 
  Es grüßt solidarisch
                        Rotmel





http://www.ariva.de/frauentag_a5755

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Mittwoch, 5. Januar 2011

LUST



Lustvolle Leben sind nicht un-bedingt liederliche Leben.
Falsche Bescheidenheit ist Tod im Leben.
Diese Bescheidenheit spielt sich auf zum Tyrann  
über die immanenten Bedürfnisse des Lebens, 
sie will das Leben steril und märtyrerhaft stilllegen, 
bis nichts mehr passieren kann.
Mit der Lust lebt man über seine Verhältnisse.
Mit der Lust schlägt man der Begrenztheit 
des sonstigen Lebens ein Schnippchen, 
erhebt sich über die Erfüllung der vegetativen Bedürfnisse.
Die Lust ist Radikal. 
Sie ist Riskant, 
sie birgt den Schmerz, 
den Verlust, 
den Selbstverlust gar.
Der Mensch sucht den Lustgewinn instinktiv, 
in der Wirklichkeit aber 
gibt es erheblich mehr Unlust erzeugende  Eindrücke, 
als die Begegnung mit dem Ekstase erzeugenden Ereignis. 
Im alltäglichen Leben verbringt der Mensch sehr viel mehr Zeit damit, 
Unlust zu vermeiden, als sich der Lust zuzuwenden. 
Somit verzichten die meisten Menschen auf Lustgewinn 
wenn ihnen die Zivilisation als Ersatz 
weniger Leiden verschafft.