Natürlich habe ich Pippi gelesen. Als ein Kind der '70er war ich quasi zwangsverpflichtet, mir feministische Kinderliteratur zu Gemüte zu führen. Auch die rote Zora haben meine (weißen) alternativ-bürgerlichen Eltern mir gegeben. Jim Knopf hatte ich nicht und auch nichts von Preussler, das wäre nicht aufrührerisch und alternativ genug gewesen. Aber ich kannte Jim. Die Augsburger Puppenkiste 'n stuff. Ich hasste ihn. Wegen des N*Wortes. Ich hasste es, wenn am Sonntag die unsäglichen TarzanFilme liefen. Und andere in Afrika spielende Filme, alle aus der Perspektive der weissen Herrscher, mit kleinen, augenrollenden Schwarzen, die gleichförmig ängstlich reagierten, wenn der weisse Forscher ins unentdeckte Gebiet aufbrechen wollte. Ich wusste, was am nächsten Tag in der Schule los sein würde. Sie würden mich mit diesen dummen kleinen Menschen gleichsetzen. Wegen meiner Hautfarbe und weil sie gelernt hatten, das diese eine Kategorie ist. Das es eine Kategorie: Hautfarbe gibt. Keine für Brillenträger, Segelohrenträger, Zahnspangenträger, Stotterer, was auch immer. Da war kein:"Hah Hah, gestern war eine wie Du im Fernsehen, eine XY, alle XY's sind gleich, Du bist wie die im Fernsehen." XY war keine Kategorie.
Wenn ich mich beklagte, daß "die anderen Kinder mich N* genannt haben" dann sagten meine Eltern gutmütig: "Die sind nur neidisch. Die ganzen Weissen gehen doch ins Sonnenstudio, um braun zu werden, die sind alle neidisch auf deine braune Haut." Ich spürte, daß etwas daran nicht stimmt, aber meine Eltern spürten da nichts.
Die Erwachsenen der 70er waren in ihren Köpfen gefangen, in ihrer Ablehnung des HitlerReiches, in ihrem Versuch, alles besser zu machen als die eigene Eltergeneration.
So konnten mich die Kindergärtnerinnen nicht in Schutz nehmen, wenn ich weinte, weil beim Spiel 'Wer hat Angst vorm schwarzen Mann' alle vor mir fortliefen, wenn ich es hasste, das die "10 kleinen N*lein" gesungen wurden, wenn ich aufgefordert wurde, zu zeigen, ob ich am ganzen Körper so aussähe wie Kakao.
Die Erwachsenen mussten diese Vorfälle relativieren, bagatellisieren, weil sie sonst hätten eingestehen müssen, daß wir in einer rassistischen Gesellschaft leben. Das ich in meiner Würde bedroht werde. Sie hätten mit all den Eltern und Lehrern reden müssen, über eine Form der Ausgrenzung, für die sie Weder Verständnis noch überhaupt Worte hatten.
Wenn ich geschubst, ausgelacht und gehänselt wurde, waren meine Lehrer_innen überzeugt, ich hätte es selbst herausgefordert. "Was hast Du denn vorher gemacht?" fragten sie, weil es ihnen unvorstellbar war, daß es tatsächlich einfach Rassismus war, der mich ausgrenzte.
Geschult durch die Frauenbewegung war meinen Eltern institutionelle Ausgrenzung durchaus geläufig, so wiesen mich darauf hin, das ich mich überdurchschnittlich anstrengen müsse, wenn ich positiv wahrgenommen werden wolle, aber die alltägliche Diffamierung blieb ihnen unsichtbar.
Meine Eltern sind keine schlechten Menschen, ganz im Gegenteil, sie sind wundervolle, engagierte, sensible Menschen. Leider waren sie damals Farbenblind. "Du bist genau wie alle anderen", sagten sie mir. Das stimmt nicht. Ich bin anders
Alle sind anders.
"Da stehst Du doch drüber" sagten sie. Aber das Wort schmäht, es verletzt, es definiert mich in eine Gruppe. Es sagt:'Du gehörst nicht dazu.', Du bist nicht eine von vielen, Du bist anders.
Nochmal: Alle sind anders.
Meine Hautfarbe ist mein Stigma. Sie definiert mich. Sie ist das Merkmal, das wahrgenommen wird, ich kann sie nicht verstecken. Ich werde über sie beschrieben, wiedererkannt. Und sie ist mit Vorurteilen behaftet. Sowohl mit bewussten als auch mit unbewussten.
Das macht nichts.
Wichtig, für den Fall, das es richtig erscheint und den eigenen Werten entspricht, ist nur, sich diesen Vorurteilen zu stellen, sie zu überprüfen und gegebenenfalls zu revidieren. In jedem Einzelfall.
Anderenfalls bin ich gern bereit Borniertheit, Dünkel, Ignoranz und rassistische Sprache zu diagnostizieren.
Wenn Worte belanglos wären,dann könnte sich ja keine_r derer, die jetzt von Sprachpolizei rumeumeln darüber aufregen, daß sie dafür Rassist_innen genannt werden.
Nicht nur einmal bin ich steif vor Angst weitergegangen, wenn es mir nachgerufen wurde. Ich habe es unzählige Male gehört und mich ohnmächtig gefühlt. Es triggert mich. Auch, wenn es 'im Spaß' gesagt wird. Als N*puppe. Als N*Kuss. Als N*Eis.
Es erinnert mich daran, daß es ein leichtes ist, mich auszugrenzen, mir meine Würde abzusprechen, mir das Recht abzusprechen, der Unverletzbarkeit meines Körpers sicher zu sein.
Und wie komme ich nun dazu, aus meiner persönlichen Betroffenheit heraus, eine politische Forderung zu stellen?
Die feministische Arbeit hat vor 40 Jahren bereits aus einer Position der Betroffenheit daraufhingewiesen, daß das Private politisch ist. Mit der Forderung auf den Verzicht auf diffamierende Sprache vertrete ich nicht nur meine Empfindlichkeit, sondern ich verlange den Verzicht darauf, mich rassisch zu gruppieren, mich fremdzudefinieren, mich exclusiv zu behandeln. Ich verlange, daß ich als Person wahrgenommen werde. Ich bestehe darauf, als Mensch erlebt zu werden. Huch.
I was dragged into this Universe irregularly and by a blasphemous and sick sense of Humor. Tell me who has done that to me! Or better, tell me how I can reach home. There I´m strong, beautyful, smart `n beloved for sure. So,now for the time in which you are able to say something to me - before I`ll be gone - do not waste time. You`ve got 10 seconds: say something noteworthy, `cause I will take the first opportunity to leave.
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Donnerstag, 24. Januar 2013
Überall alles nur Rassismus oder schwarze Babies sind viel süsser als Weisse.
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Mittwoch, 4. Juli 2012
Liebe? Welche Liebe?
Es ist durchaus nicht so, dass wir niemanden lieben könnten,
solange wir uns nicht selbst lieben.
Liebe ist unterschiedlich für jeden von uns,
und vielschichtig,
bezüglich des Objektes, dass wir lieben.
Wir begehren,
wir fühlen uns hingezogen zu etwas,
wir wollen behüten und stützen,
wir erschauern vor Wonne,
wir kreisen in Gedanken um das mit Sehnsucht bedachte,
wir fühlen uns ergänzt,
ohne eigenes zutun Ganz gemacht
wir fiebern dem Zusammensein entgegen,
wir erträumen uns Gemeinschaft.
Wir sehen Liebe als exclusives Projekt,
oder als übergreifende Bereitschaft, uns vielen anzuvertrauen.
Wir glauben, Liebe seie Allumfassend.
Wir glauben auch, Liebe seie endlich.
Wir erfahren Liebe begrenzt
in Zeit,
auf einen ausgewählten Kreis,
abhängig von Nähe
oder Frei von äusseren Determinanten.
"Dann ist es keine Liebe" behaupten wir
oder: "Das ist wahre Liebe"
Und wir mischen,
je nach Gutdünken,
wie es uns passt.
Zu all dem brauchen wir keine Eigenliebe.
Wir brauchen Eigenliebe jedoch,
um selbst Liebe zu empfangen
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Samstag, 23. Juli 2011
Kinder, die wegen der Ausbeutung der sogen. 3tten Welt sterben,
sind nicht nut Tote
sondern auch ein Politikum, dem wir uns zu stellen haben,
aber für jeden der A.W. sein Herz geschenkt hat
ist ihr Tod zur Zeit eben anrührender.
Vergleichen hieße beiden Unrecht tun.
Warum aufrechnen?
Vergleichen hieße beiden Unrecht tun.
Warum aufrechnen?
Solange Menschen in der Lage sind etwas zu fühlen, sind sie nicht verloren. Wenn wir aber sagen: dieses ist schlimm,aber jenes ist schlimmer werden wir zynisch.
1000e Menschen die verhungern sind dringend. Weil wir, die Weltgemeinschaft, die imaginäre, vielleicht einige retten können.
1000e Menschen die verhungern sind dringend. Weil wir, die Weltgemeinschaft, die imaginäre, vielleicht einige retten können.
Eine tote Sängerin ist schlimm, aber nicht dringend.
Es drängt aber, ein Umgehen miteinander zu finden, das nicht aus Häme besteht, nur weil jemand öffentlich scheitert.
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Freitag, 7. Januar 2011
WAHRHEIT
Da alles was wir über das Außen sagen, sich grundsätzlich Da alles
Da alles was wir über das AUSSEN sagen,
sich grundsätzlisagen, sich grundsätzlich auf das eigenech auf das eigene Innenleben bezieht
und aleigene Innenleben bezieht, und alles, was wir über uns selbst sagen les,
und alles, was wir über uns selbst sagen das eigene
was wir üdas eigene Ich-Ideal wied
wiedergibt,ergibt,
und da jeund da jede unsererr ÄuSSerungengen
immerimmer nur einen Teilaspekt der
Wirklichkeit wiedergibt,
wiedergibt,
sind wir GRUNDSÄTZLICH nicht in der Lage,
wahrhaftige Aussagen zu treffen.
sind wir
nicht in der Lage,
wahrhaftige Aussagen zu treffen
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