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Donnerstag, 24. Mai 2012

Weil das Wort verletzt

Unser gestriges Gespräch über den Umgang mit Sprache am Beispiel des N*-Wortes hat mich sehr gekränkt. Ich hatte den Eindruck, das meine Erfahrungen relativiert und banalisiert werden. Das ich von meinen persönlichen Erlebnissen berichtet habe, um Dich vom Konkreten aufs Allgemeine schließen zu lassen, hatte zur Folge, daß Du Dich darauf zurückziehen wolltest, selbst ebenfalls diskriminierende Erfahrungen gemacht zu haben. Ich bedaure zutiefst, das Du erniedrigenden Situationen ausgesetzt warst, aber diese Vorgehensweise stellt für mich eine weitere Kränkung dar, weil sie die fortlaufende Herabwürdigung durch Sprache und die damit verknüpften Assoziationen verharmlost.
Ich befürchte, daß ich Deine Sprache in der Vergangenheit oft falsch verstanden habe. Was ich als ironische Distanzierung wahrnahm war womöglich der Versuch, Worte nach eigenem Gutdünken zu belegen. ( Sprache und Rassismus )
Diese Vermeidungsstrategie trägt aber nicht, denn die Benutzung von Worten geschieht immer in ihrem eigenen ( geschichtlichen ) Kontext, wäre es anders, so könnte man auch argumentieren, jemanden ein Arschloch zu nennen seie nicht beleidigend gemeint, das wäre ja bloß ein Körperteil. Die Entscheidung, welche Bezeichnung beleidigt, kann immer nur durch die Betroffenen geschehen, und damit ist nicht gemeint, daß das N*-Wort OK ist, wenn Du irgendjemanden kennst, der es duldet. Es ist eben nicht meine Überempfindlichkeit, die mich hier aufbegehren lässt.Ich verwehre mich gegen einen bagatellisierenden Umgang mit diffamierenden Worten. Nicht nur, weil sie mir einen Platz zuweisen, der mich als eine Abweichung von der Norm beschreibt, sondern auch, weil der leichtfertige Umgang damit die Unterstützt, die es eben doch so meinen, wie ich es Dir nicht unterstelle. Eine politisch korrekte Sprache anzustreben ist der Respekt, den wir jenen entgegenbringen können, die strukturelle Gewalt permanent auch eben durch Worte erleben. Dieses nicht als ein Problem erkannt zu haben, werfe ich Dir nicht vor. Aufgrund Deiner - von mir gemutmaßten - Sozialisation war es für Dich nicht notwendig, Dich damit auseinanderzusetzen. Und als weissPrivilegierter ist es womöglich nicht naheliegend, Dich mit Deiner Hautfarbe zu beschäftigen, oder mit der anderer. siehe hier: Nachhilfe im Weisssein
Ich fühle mich kategorisiert, wo ich noch gestern dachte, ich seie geachtet.
Ich verspüre das Bedürfnis, Deine Einsicht zu befördern, ich suche nach Worten, Dir verständlich zu machen, wie tief verletzend der Gebrauch von diffamierenden Worten ist, ich suche Vergleiche, die Dir einleuchten könnten. Dann wieder bin ich geneigt den ganzen Vofall zu bagatellisieren, mein zuvor empfundenes Verbundenheitsgefühl zu Dir ins lächerliche zu ziehen: "Das ist nur irgendein Spack aus dem Netz."
Das ist echt sehr, sehr besonders schade.
 Du kannst Rassismus widerstehen!

Mittwoch, 4. April 2012

Ich kann das allein - oder: Chancen

Alles was ich heute bin und was ich heute habe, habe ich mir selbst erarbeitet. 
Und das könntest du auch, wenn Du es nur wirklich wolltest. 
Das war ja alles keine Zauberei sondern harte Arbeit. 
Jeder kann das schaffen. 
Und wer das leugnet ist nur ein fauler Querulant. 
Man muss nur an sich Glauben, dann kann man die größten Träume verwirklichen. 
Natürlich gibt es unterschiedliche Startbedingungen, aber in diesem Land kann jeder nach seiner Fasson glücklich werden. 
Es gibt hier ausreichend Förderung für Jeden, der wirklich bedürftig ist. 
Arbeit ist kein Zuckerschlecken und jeder hat mal ne schlechte Zeit, aber - die harten Zeiten formen den Charakter und erst daraus erwachsen große Persönlichkeiten. 
Mit schlechten Erfahrungen muss man halt umgehen lernen, dann lässt sich daraus lernen, wie man es beim nächsten mal besser machen kann. 
Nur nicht zuviel Ballast mit sich herumtragen. Dinge, die man nicht mehr braucht immer bald aussortieren, 
Beziehungen, die mehr belasten als unterstützen halt abbrechen. 
Das kann Jeder. 
Jeder.
(Nur schade, für die, die einmal zu oft straucheln und auf der Strecke bleiben.)
Deutschland: Armut im Musterland - ein Arte-Video